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DAX, DowJones und Co: Einsteigen oder Aussteigen?
Autor: Patrice Kaiser, Produkt- und Vertriebsmanager
Datum: 03.08.2017
Kategorie: Finanzen
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Jahreshoch bereits erreicht?

Wie im Mai an dieser Stelle erwartet, erreichte der deutsche Aktien-Leitindex DAX am 20. Juni sein vorläufig letztes historisches Hoch bei 12.951 Zählern. Seitdem verlor er in der Spitze gut 6,50%. War  das die Aktienrally 2017? Haben wir den Jahreshöchststand bei deutschen Aktien bereits gesehen? Lohnt sich jetzt der Einstieg wieder? Fragen, die sich Anleger stellen und die wir gerne beantworten werden.

Unternehmen und Wirtschaft konnten im ersten Halbjahr Anleger nicht vollständig überzeugen

Der moderate Kursrückgang wird häufig damit begründet, dass Anleger von den Unternehmens- und Wirtschaftsdaten des ersten Halbjahrs enttäuscht sind. Bedeutet das, dass sich die Lage der Unternehmen oder der Wirtschaft im Ganzen verschlechtert hat? In den meisten Fällen: Nein. Vielmehr drückt es die hohen Erwartungen von Analysten und Anlegern an weiter steigenden Umsätzen, Gewinnen und Kursen aus, die sich nicht im vollen Umfang erfüllt hat.

Diese hohe Erwartungshaltung ist eines der größten Risiken für die weitere Aktienkursentwicklung. Denn selbstverständlich schaffen es nur die allerwenigsten Unternehmen, von Quartal zu Quartal die Umsätze zu steigern, Kosten zu senken und so die Gewinne zu erhöhen. Aber auch ein stabiler Gewinn ist kein schlechtes Zeichen für solides Unternehmertum. Wachsen jedoch die Hoffnungen in den Himmel, kommt die Enttäuschung schnell. Dreht dann die Stimmung, folgen oft Verkäufe und Kursrückgänge.   

Tatsächlich konnten viele Unternehmen ihre Gewinnprognosen für 2017 bestätigen, wenn auch nicht anheben. Das Wirtschaftswachstum zieht weiter an. Bis zu 2,00% Steigerung sind dieses Jahr möglich. Und die Arbeitslosigkeit hat im Juli saisonbereinigt den tiefsten Stand seit der Wiedervereinigung erreicht. Alles in allem sind das gute Rahmenbedingungen für Aktionäre.

Der starke Euro – Risiko für die deutsche Wirtschaft?

Der Euro war im ersten Halbjahr unerwartet stark. Aktuell bekommt man für einen Euro rund 1,18 US-Dollar. Belastet das die deutsche Wirtschaft? Welche Branchen trifft es besonders stark?

Richtig ist, dass der rasante Anstieg des Euros für viele überraschend kam.  Das Gegenteil wurde erwartet, da die amerikanische Notenbank FED im ersten Halbjahr die Zinsen deutlich angehoben hat. Höhere Zinsen in Amerika stärken normalerweise den Dollar. Begründen kann man den Anstieg des Euros deshalb nur mit der Hoffnung, dass auch in Europa die Zinsen möglicherweise wieder steigen.

Bekannt ist auch die starke Abhängigkeit der deutschen Wirtschaft von Exporten. Ein starker Euro macht Exporte für Käufer in den USA teurer. Damit sinkt die Konkurrenzfähigkeit im Vergleich zu dort produzierten Waren. Allerdings gehen viele Exporte in den europäischen Markt, sodass sie von Währungsschwankungen nicht betroffen sind. Außerdem sei daran erinnert, dass es vor 10 Jahren für einen Euro noch 1,60 US-Dollar gab. Und auch damals war Deutschland Exportweltmeister. Sollten die Exporte zurückgehen, dann liegt es vielmehr am Imageverlust der Automobilbranche durch Diesel-Gate und möglichen Kartellabsprachen.  

Bald wieder Zinsen in der Euro-Zone?

Wichtigster Treiber für die Aktienkurse war in den letzten Jahren die extrem lockere Geldpolitik der EZB, die erstmals in der Geschichte zu negativen Zinsen geführt hat. Hier kündigt sich nun langsam ein Wechsel an. EZB-Chef Draghi hat im Juni erstmals vorsichtig von Zinserhöhungen gesprochen - ohne tatsächlich an der Zinsschraube zu drehen. Banken zahlen weiterhin 0,40% Strafzins für Einlagen bei der EZB.

Bewirkt hat die Rede, dass die Rendite für langfristige Bundesanleihen erstmal wieder deutlich gestiegen ist. Mittlerweile gibt es wieder über 0,50% für 10-jährige Anleihen. So positiv wie diese Entwicklung für konservative Anleger ist, für Aktien stellt sie eine Belastung dar. Grund zur Panik gibt es aber nicht. Selbst wenn der langsame Zinsanstieg auch für kurzfriste Einlagen kommen sollte – das Zinsniveau ist  auch dann noch historisch niedrig.  

Fazit für Anleger

Für Anleger heißt es jetzt: Chancen und Risiken im Blick behalten. Durch die Kurskorrektur haben Aktien wieder etwas mehr Luft nach oben. Denn bisher wurde jeder Höchststand letztlich übertroffen. Die wirtschaftliche Situation der Unternehmen ist gut. Störfaktoren wie der gestiegene Euro und die Erwartung steigender Zinsen sind beherrschbar. Es bleiben aber globale politische Unsicherheiten und das Risiko enttäuschter Erwartungen. 

Anleger können deswegen die Chance für einen teilweisen Einstieg nutzen, müssen aber auf weitere Rückschläge vorbereitet sein. Konkret bedeutet das, jetzt nicht das ganze Vermögen zu investieren, sondern einen Teil verfügbar in der Hinterhand zu halten. So kann bei weiteren Kursrückgängen gezielt nachgekauft werden.

Einen Lösungsansatz finden Sie bei der MERKUR BANK. Bei Anlagen in Wertpapieren ab 25.000,00 EUR können Sie in gleicher Höhe ein Festgeld mit 6 Monaten Laufzeit abschließen. Der Zins beträgt dann feste 2,00% p.a. Das Angebot gilt übrigens auch für Depotüberträge in dieser Größenordnung.

Infos zur Wertpapieranlage...

Der Autor

Patrice Kaiser, Produkt- und Vertriebsmanager für Vermögensanlagen

Patrice Kaiser, 38 Jahre alt, Bankbetriebswirt, verantwortet seit 2011 die fachliche Seite des Anlagegeschäfts in der MERKUR BANK. Im Vordergrund seiner Arbeit steht, die Komplexität einer Vielzahl von Anlageformen und -strategien für den Kunden aufzulösen. Um die individuell beste Lösung bieten zu können, trifft er die Wertpapierauswahl an Hand quantitativer und qualitativer Kriterien. Sein Ziel: Anlagen finden, die langfristig überdurchschnittlich gut abschneiden. Gerne stellt er sich dem Dialog und kritischen Fragen.

Rechtlicher Hinweis

Die in diesem Artikel geäußerten Meinungen stellen weder eine Beratung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder anderen Anlageinstrumenten, noch einen Finanzanalyse im Sinne des WpHG dar. Sämtliche Prognosen und Darstellung dienen ausschließlich der Information. Sie basieren auf öffentlich zugänglichen Informationsquellen, die wir als zuverlässig erachten.

Vergangenheitswerte geben keinen Aufschluss über die mögliche Wertentwicklung in der Zukunft. Sie können zu Fehlentscheidungen bei möglichen Anlagen führen. Bevor Sie Investitionen in Wertpapieren tätigen, empfehlen wir Ihnen, den Rat eines Anlageberaters in Anspruch zu nehmen um zu prüfen, welche Anlagen für Ihre individuelle Situation zu empfehlen sind. Alle Angebote freibleibend.